Bürgerschaftliches, freiwilliges und ehrenamtliches Engagement sind unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und gehören zu den zentralen Elementen einer lebendigen Demokratie. In Deutschland engagieren sich mehr als 23 Millionen Menschen ehrenamtlich. Über 2,7 Millionen engagieren sich in den Sportvereinen, leisten 500 Millionen Stunden ehrenamtliche Arbeit und übernehmen gesellschaftliche Aufgaben, die der Staat so nicht leisten könnte.
Die Union hat wie keine andere Partei in Deutschland das Ehrenamt gefördert. Die Initialzündung zur intensiven Befassung des Parlaments mit dem Thema „Ehrenamt“ geht auf die Initiativen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Jahre 1995 zurück. Das am 13. Juli 2007 verabschiedete Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements trägt die Handschrift der Union.
So haben wir neben der Verbesserung des Versicherungsschutzes mit den „Hilfen für Helfer“ die Übungsleiterpauschale erhöht, die kleine Übungsleiterpauschale eingeführt und die Vereinsfreigrenzen angehoben. Wir haben eine gesetzliche Begrenzung der Haftung von ehrenamtlich tätigen Vereinsvorständen eingeführt und zum 1. Oktober 2008 den Unfallversicherungsschutz für Engagierte erweitert.
Im neuen Koalitionsvertrag haben wir die für uns zentralen Punkte niedergeschrieben, an denen wir unsere zukünftige Arbeit ausrichten wollen:
- Wir setzen uns für die Weiterentwicklung der Anerkennungskultur, für Entbürokratisierung und Vereinfachung ein.
- Wir wollen die Anerkennung von ehrenamtlicher Arbeit und des Freiwilligenjahres in den Berufsbiographien.
- Die durch das Ehrenamt erworbenen Kompetenzen sollen auch bei Einstellungen im Öffentlichen Dienst berücksichtigt werden.
- Als weitere zentrale Elemente von bürgerschaftlichem Engagement fördern wir die Errichtung von Ehrenamtsbörsen und Freiwilligenagenturen.
- Gesellschaftliche Teilhabe – insbesondere von Kindern und Jugendlichen – muss für jeden möglich sein.
- Investitionen im Engagement sind besser zu fördern und zu vernetzen.
- Wir müssen einen geeigneten Rahmen für Infrastruktur, Stabilisierung, Partizipation und die Förderung des Engagements schaffen.
Im Zuge der demografischen Entwicklung hängt die Zukunftsfähigkeit unseres Landes davon ab, dass alle Bürgerinnen und Bürger Verantwortung für Andere übernehmen und dies als Ausdruck ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit verstehen.
Die Bedeutung des Sports geht weit über den rein sportlichen Bereich hinaus.
Sport eint, bildet, aktiviert und begeistert, ist integraler Bestandteil unserer Gesellschaft und aus dem täglichen Leben der meisten Bürgerinnen und Bürger nicht wegzudenken. Sport erfasst den Menschen als Ganzen und trägt zur Ausbildung humaner Werte wie Toleranz, Fairness, Leistung, Wettbewerb, Verantwortung, Erkennen eigener Grenzen und Achtung anderer bei.
Sport schließt durch seine Wertestruktur Gewalt aus. Er hilft den Menschen Sprachbarrieren zu überwinden. So trägt der Sport weltweit zu einem besseren Verständnis für andere Kulturen und Menschen bei, integriert alt und jung und ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger in unser Gemeinwesen. So kann der Sport ganz wesentlich zu einer friedlicheren und besseren Welt beitragen.
Die Präsenz in den Medien macht Sport für jeden erlebbar, ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sichert und schafft Arbeitsplätze.
Es ist ein vorrangiges Anliegen unserer Sportpolitik, den Sport in seiner Gesamtstruktur nachhaltig zu unterstützen, seine Autonomie und Eigenverantwortung zu stärken und ihm dort Hilfe zukommen zu lassen, wo er mit eigenen Mitteln seine Zielsetzungen nicht erreichen kann.
Die Vereine sind die Basis des deutschen Sports. Die verlässliche Förderung der Vereine und der dort ehrenamtlich Tätigen sind wesentliche Ziele unserer Sportpolitik.
In jedem Menschen ist die Freude an der Bewegung angelegt. Diese Anlage ist von frühester Kindheit an zu fördern und muss als wesentlicher Bestandteil der ganzheitlichen Erziehung begriffen werden. Vorschulischer Bewegungserziehung und Schulsport kommt eine besondere Bedeutung zu.
Sport, Bewegung und Ernährung leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit. Die Eigenverantwortung des Einzelnen im Bereich der Gesundheits-vorsorge sollte durch Anreize gestärkt werden. Prävention durch Sport und Bewegung entlastet unsere Sozialsysteme.
Intakte Sportstätten und eine vielfältige Sportinfrastruktur sind unabdingbare Voraussetzungen für ein reges Sporttreiben in Breite und Spitze. Es bleibt eine vorrangige Aufgabe der nächsten Jahre, den Sportstättenbau und die Sportinfrastruktur zu verbessern und den Sanierungsstau abzubauen.
Wir bekennen uns zum Leistungsprinzip im Sport, zu einem humanen Spitzensport. Spitzensport ist Anreiz und Herausforderung für den Einzelnen, ist Ausdruck des Leistungswillens der Bürger eines Landes und übt eine wichtige Vorbildfunktion für den Breitensport aus.
Die Sportförderung bei der Bundeswehr, der Bundespolizei und dem Zoll ist für den deutschen Spitzensport unverzichtbar und in bisherigem Umfang beizubehalten.
Auch die Wirtschaft soll Spitzensportlern berufliche Perspektiven ermöglichen.
Bei der gezielten und systematischen Förderung des talentierten Nachwuchses müssen sportliche, schulische und berufliche Bildung aufeinander abgestimmt und koordiniert werden. Wir setzen uns für den Ausbau und die qualitative Weiterentwicklung von Eliteschulen des Sports ein, um sportlichen Talenten den Weg zu Spitzenleistungen zu ebnen.
Leistungen von Menschen mit Behinderungen, ob im Bereich des Breiten- oder Spitzensportes, faszinieren, sind Ausdruck von unbändigem Willen und Einsatz. Sport und Bewegung stärkt die persönliche Leistungsfähigkeit, gibt Selbstvertrauen, erleichtert räumliche und soziale Mobilität und ist eine wirksame Lebenshilfe.
Die Möglichkeiten und Anreize für Menschen mit Behinderungen, Sport treiben zu können, müssen erweitert werden, der ungehinderte (barrierefreie) Zugang zu Sportstätten und deren Nutzung muss gewährleistet sein und Sportvereine sollen sich für die Integration behinderter Sportler verstärkt öffnen.
Doping zerstört die Grundwerte des Sports, täuscht die Mitstreiter im Wettkampf, die Zuschauer und gefährdet nicht zuletzt die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler.
Die Akzeptanz des Spitzensportes hängt entscheidend von einer glaubwürdigen und erfolgreichen Bekämpfung des Dopings ab.
Doping ist auch im Breitensport bis hin zu sportlichen Betätigungen im Fitness- und Freizeitbereich anzutreffen. Doping ist damit ein Problem des Sportes insgesamt und bedarf auch breit angelegter und gemeinsamer Bekämpfung durch Sport, Politik, Wirtschaft, Medien und nicht zuletzt der ganzen Gesellschaft. |