1. Juli 2015

CDU-Parlamentarier zu Gast im ILC Koblenz — Reine Geschmackssache?

Gut infor­miert und sehr debat­tier­freu­dig waren die CDU-Abge­­or­d­­ne­­ten, die das ILC Koblenz besucht haben. Die rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Poli­ti­ker waren beein­druckt von der dort geleis­te­ten Arbeit und zugleich ent­setzt über den Zustand des Gebäu­des in der Koblen­zer Nevers­stra­ße. Ange­führt wur­de die Grup­pe von Dr. Axel Wil­ke, dem Vor­sit­zen­den des Arbeits­krei­ses Jus­tiz und Ver­brau­cher­schutz der CDU-Frak­­ti­on im Land­tag, und von Doro­thea Schä­fer, der ver­brau­cher­schutz­po­li­ti­schen Frak­ti­ons­spre­che­rin. Der Eife­ler Abge­ord­ne­te Her­bert Schnei­ders war als Vor­sit­zen­der des Land­tags­aus­schus­ses für Jus­tiz und Ver­brau­cher­schutz gekom­men. Wäh­rend ihre Kol­le­gen aus allen Tei­len des Lan­des anrei­sen muss­ten, hat­ten die Par­la­men­ta­ri­er Josef Dötsch und Andre­as Biebri­cher ein ech­tes Heim­spiel. Biebri­cher lebt in Koblenz und ist dort auch Vor­sit­zen­der des CDU-Kreis­­ver­­­bands, Dötsch reis­te aus dem nahen Mül­heim-Kär­­lich an. Zu den Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten hat­te sich auch eine Par­tei­freun­din aus Ber­lin gesellt: Mecht­hild Heil. Sie stammt aus Ander­nach, sitzt seit sechs Jah­ren für den Wahl­kreis Ahrweiler/Mayen im Bun­des­tag und ist seit knapp fünf Jah­ren Ver­brau­cher­schutz­be­auf­tra­ge der CDU/C­­SU-Bun­­­des­­tags­­­frak­­ti­on. Der Lei­ter der Fach­ab­tei­lung im Minis­te­ri­um für Jus­tiz und Ver­brau­cher­schutz, Dr. Hugo Mack, der den Rund­gang beglei­te­te, kom­plet­tier­te unge­wöhn­lich gro­ße Besu­cher­grup­pe im beeng­ten Insti­tut. Obwohl eigent­lich erst für den Schluss geplant, ergab sich schon nach der Ein­füh­rung von LUA-Prä­­si­­dent Dr. Ste­fan Bent und Refe­rats­lei­ter Dr. Alex­an­der West ein ange­reg­tes Gespräch über Auf­trag und Gren­zen der Lebens­mit­tel­über­wa­chung, Inves­ti­ti­ons­stau und Per­so­nal­be­darf. Ers­te Sta­ti­on des anschlie­ßen­den Rund­gangs war der Arbeits­be­reich von Mecht­hil­de Keu­ler, in dem unter ande­rem Soft­drinks und Bier unter­sucht wer­den. Sie beschrieb anschau­lich das Dau­er­the­ma Ener­gy­drinks und hat­te eine scheuß­li­che Über­ra­schung parat: Ahnend, dass die Besu­cher nicht zur klas­si­schen Kon­su­men­ten­grup­pe von Ener­gy­drinks gehö­ren, muss­ten alle das quietsch­bun­te Zeug pro­bie­ren — ein sehr eigen­wil­li­ges Geschmacks­er­leb­nis. Bei den Back­wa­ren beschäf­tig­te sich Arbeits­be­reichs­lei­te­rin Nico­le Tschiersch mit Ver­stö­ßen, die die Ver­brau­cher zwar nicht krank machen, aber täu­schen kön­nen. Dass man den Unter­schied zwi­schen vor­ge­täuscht und echt auch schme­cken kann, lie­ßen sich die Par­la­men­ta­ri­er bei der nächs­ten Ver­kos­tung buch­stäb­lich auf der Zun­ge zer­ge­hen — als Kuver­tü­re mit ech­ter Scho­ko­la­de bzw. mit kakao­hal­ti­ger Fett­gla­sur. Knall­bunt ging es zu bei Det­leff Siel­aff, Danie­la Brü­ning und ihrem ”Gaben­tisch” vol­ler Bedarfs­ge­gen­stän­de zu. Sie erklär­ten, wel­che Rol­le das LUA bei der Über­wa­chung von Brot­do­se, Puz­zle & Co. spielt und wel­che bedenk­li­chen Stof­fe mit wel­chen Metho­den im ILC Koblenz nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen. Beim gesam­ten Rund­gang immer wie­der The­ma waren die Ana­ly­sen­ge­rä­te, die zwar extrem kost­spie­lig sind, ohne die es aber ein­fach nicht geht. Gele­gent­lich sind die mensch­li­chen Sin­ne aller­dings emp­find­li­cher als jedes Ana­ly­sen­ge­rät. Zum Beweis bot Danie­la Brü­ning Was­ser aus einer bean­stan­de­ten Ther­mos­kan­ne zur Ver­kos­tung an. Obwohl ana­ly­tisch noch nicht nach­weis­bar, war ein­deu­tig her­aus­zu­schme­cken, dass die Kan­ne Stof­fe abge­ge­ben haben muss­te, die den Geschmack des Was­sers ver­än­dert haben. Bevor sie wie­der in ihren nor­ma­len poli­ti­schen All­tag ein­tauch­ten, ris­kier­ten die Par­la­men­ta­ri­er noch den Abstieg aus der erst kürz­lich reno­vier­ten Kom­fort­zo­ne des Insti­tuts in den gruft­ar­ti­gen Kel­ler — ein Anblick, der mehr als 1000 Wor­te davon über­zeugt, dass das LUA am Stand­ort Koblenz eine neue Behau­sung braucht.