3. Novem­ber 2022

Mechthild Heil MdB (CDU) wendet sich an Tourismusminister Robert Habeck: Bund soll touristischen Wiederaufbau des Ahrtals unterstützen

Die CDU-Bun­­­des­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­te Mecht­hild Heil ver­langt mehr Enga­ge­ment des Bun­des beim Wie­der­auf­bau der tou­ris­ti­schen Infra­struk­tur im Ahr­tal. Robert Habeck ist nicht nur Bun­des­mi­nis­ter für Wirt­schaft, son­dern in die­ser Funk­ti­on auch für die Rah­men­be­din­gun­gen im Bereich „Tou­ris­mus“ zustän­dig. Heil hat­te Habeck zuletzt im Tou­ris­mus­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­ta­ges auf die wei­ter­hin sehr schwie­ri­ge Situa­ti­on im Ahr­tal nach der Flut­wel­le ange­spro­chen, ins­be­son­de­re auch in Bezug auf die für den Land­kreis abso­lut lebens­wich­ti­ge Tou­ris­mus­bran­che. Hier­bei wur­de ein „offe­nes Ohr“ des zustän­di­gen Bun­des­res­sorts für die­se Belan­ge signalisiert.

Die Christ­de­mo­kra­tin hat jetzt schrift­lich bei Robert Habeck noch­mals nach­ge­hakt und ihm nach Rück­spra­che mit Ver­tre­tern der Tou­ris­mus­bran­che vor Ort die wesent­li­chen Ein­drü­cke geschil­dert. „Zunächst ein­mal muss betont wer­den, dass der Wie­der­auf­bau im Ahr­tal wei­ter­hin äußerst schlep­pend ver­läuft. Im Ergeb­nis ver­lie­ren die häu­fig schwer trau­ma­ti­sier­ten Men­schen im Ahr­tal lei­der den Mut und oft auch den Glau­ben an das Funk­tio­nie­ren unse­res Gemein­we­sens – mit allen nega­ti­ven Fol­gen, die das mit sich bringt. Damit ver­bun­den stellt sich ins­be­son­de­re die Fra­ge, wel­che Arbeits­plät­ze dann zur Ver­fü­gung ste­hen wer­den und ob für die­se Stel­len geeig­ne­te Arbeits­kräf­te im Kreis Ahr­wei­ler dann noch zu fin­den sind. Über­ra­gend wich­ti­ger Wirt­schafts­zweig im Ahr­tal war der Tou­ris­mus, ange­trie­ben von der Schön­heit von Land­schaft und Orten und vom Wein­an­bau. Die ganz über­wie­gen­de Mehr­heit der Hotels, Gast­stät­ten, Wein­aus­schän­ke etc. wur­de durch die Flut­wel­le zer­stört. Ein Groß­teil davon konn­te bis heu­te noch nicht wie­der in Betrieb genom­men wer­den – genau­so wenig wie die not­wen­di­ge Infra­struk­tur, wie etwa Rad­we­ge, Bahn­li­nie, Schwimm­bä­der und Kureinrichtungen.“

Mecht­hild Heil wies aus ihrer Sicht auf die Hand­lungs­er­for­der­nis­se hin. „Die Bran­che wird nicht wie­der auf die Bei­ne kom­men, wenn wir jetzt wei­te­re Mona­te und Jah­re Still­stand haben, wegen der Ver­zö­ge­run­gen beim Wie­der­auf­bau. Es droht eine dau­er­haf­te Abwärts­spi­ra­le aus abwan­dern­den Fach­kräf­ten, Insol­ven­zen und dem Ver­schwin­den der Desti­na­ti­on Ahr­tal aus dem Bewusst­sein der Tou­ris­ten in Deutsch­land. Um dies zu ver­hin­dern, braucht die Regi­on nicht nur eine Beschleu­ni­gung des Wie­der­auf­baus, son­dern auch kurz­fris­ti­ge Unter­stüt­zung ihrer wich­tigs­ten Wirt­schafts­bran­che, um die Durst­stre­cke über­win­den zu kön­nen. Viel­leicht ist mit­tel­fris­tig sogar eine geziel­te Qua­­li­­fi­­zie­­rungs- und Anwer­be­of­fen­si­ve für das Ahr­tal not­wen­dig. Wei­ter­hin brau­chen wir schnel­le Unter­stüt­zung für die tou­ris­ti­sche Infra­struk­tur, damit ein Tou­ris­mus­be­trieb wie­der statt­fin­den kann. In Fra­ge kämen etwa vom Bund geför­der­te Pro­vi­so­ri­en für die tou­ris­ti­sche Infra­struk­tur, die aus Mit­teln des Wie­der­auf­baus nicht bezahlt wer­den (kön­nen). Nament­lich etwa eine kurz­fris­ti­ge Instand­set­zung des bekann­ten Ahr­­tal-Fahr­­ra­d­­we­­ges bis der end­gül­ti­ge Wie­der­auf­bau statt­fin­den kann. Dar­über hin­aus braucht das Ahr­tal Unter­stüt­zung bei der Ent­wick­lung tou­ris­ti­scher Kon­zep­te für die abseh­bar noch jah­re­lang andau­ern­de Wie­der­auf­bau­pha­se. Das erstreckt sich auch auf das The­ma einer mög­li­chen Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft für das Ahr­tal, von außer­or­dent­li­chen Mar­ke­ting­mit­teln, einem geson­der­ten Fördermittel­management oder der inves­ti­ven Unter­stüt­zung zeit­ge­mäs­ser Leuchturmprojekte.

Mecht­hild Heil erhofft sich von ihrem Impuls, dass man sich in Ber­lin fach­lich mit dem Tou­ris­mus­the­ma „Ahr­tal“ befasst und schnell Instru­men­te schafft, um kon­kre­te Unter­stüt­zung leis­ten zu können.