Mit dem Tod von Rita Süss­muth ver­liert unser Land eine prä­gen­de poli­ti­sche Stim­me. Sie hat Debat­ten ver­än­dert, Ver­ant­wor­tung über­nom­men und gesell­schaft­li­che Fort­schrit­te ange­sto­ßen – oft gegen Wider­stän­de und mit gro­ßer per­sön­li­cher Standhaftigkeit.

Rita Süss­muth hat gesell­schaft­li­che Debat­ten nach­hal­tig ver­än­dert – mit ihrem beharr­li­chen Ein­satz für Gleich­be­rech­ti­gung, mit einer Frau­en- und Fami­li­en­po­li­tik, die ihrer Zeit oft vor­aus war, und mit einer Gesund­heits­po­li­tik, die sich kon­se­quent gegen Aus­gren­zung stell­te. Gera­de ihre Hal­tung in der HIV- und AIDS-Poli­tik steht bis heu­te für Auf­klä­rung, Mensch­lich­keit und poli­ti­sche Standfestigkeit.

Als Bun­des­tags­prä­si­den­tin trug sie in den Jah­ren der deut­schen Ein­heit beson­de­re Ver­ant­wor­tung für das Par­la­ment und ver­stand Demo­kra­tie stets als leben­di­gen Pro­zess, der Offen­heit, Respekt und Hal­tung ver­langt. Die­se Grund­über­zeu­gung präg­te ihr gesam­tes poli­ti­sches Wirken.

Rita Süss­muths Stim­me wird feh­len. Ihr poli­ti­sches Erbe bleibt Verpflichtung.