4. Mai 2009

Bundestagskandidatin Mechthild Heil (CDU) besuchte ARGE in Mayen — Weiterentwicklung muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren

Die zuneh­men­de Ver­un­si­che­rung der Bür­ger durch die sich immer wei­ter aus­brei­ten­de Wir­t­­schafts- und Finanz­kri­se und die damit ver­bun­de­ne Angst, sei­nen Arbeits­platz zu ver­lie­ren, hat den Begrif­fen Hartz IV, ARGE und Arbeits­agen­tur einen ganz ande­ren Stel­len­wert zukom­men las­sen. Hin­zu kommt, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schie­den hat, dass die jet­zi­ge Struk­tur der ARGEn (Arbeits­ge­mein­schaft) nicht ver­fas­sungs­kon­form ist. Die CDU Bun­des­tags­kan­di­da­tin für den Wahl­kreis 199, Mecht­hild Heil, traf jetzt in May­en mit dem ARGE Geschäfts­füh­rer Rolf Koch, sei­ner Stell­ver­tre­te­rin Mari­an­ne Mor­gen­schweis sowie Gün­ter Thull, Lei­ter der Arbeits­agen­tur May­en und dem Ers­ten Kreis­bei­geord­ne­te des Krei­ses May­­en-Koblenz, Bern­hard Mau­el zusam­men, um sich über den gegen­wär­ti­gen Stand der Dis­kus­si­on und eine mög­li­che Neu-Stru­k­­tu­­rie­­rung der ARGEn zu infor­mie­ren. Im März die­sen Jah­res waren in den Krei­sen May­­en-Koblenz und Ahr­wei­ler cir­ca 10.200 Men­schen ohne Arbeit. Hier­von fie­len 5.400 Per­so­nen unter die Hartz IV-Geset­z­­ge­­bung und bezo­gen Arbeits­lo­sen­geld 2 (ALG 2). Wäh­rend der Bund gemäß Sozi­al­ge­setz­buch III für das Arbeits­lo­sen­geld (Ver­si­che­rungs­leis­tung) und für das Arbeits­lo­sen­geld 2 (gemäß Sozi­al­ge­setz­buch II) zahlt die Kom­mu­ne die Kos­ten der Unter­kunft und Hei­zung. Die zuzah­len­den Beträ­ge inner­halb ALG 2 wer­den in einem Bescheid gemäß Sozi­al­ge­setz­buch II festgesetzt.Günter Thull von der Arbeits­agen­tur erläu­ter­te, dass die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Bund und Kom­mu­nen teil­wei­se unter­schied­lich gere­gelt ist. Im Kreis Ahr­wei­ler sind Bund und Kom­mu­nen jeweils eigen­ver­ant­wort­lich für ihren Bereich, was zu einer getrenn­ten Trä­ger­schaft führt. Im Kreis May­­en-Koblenz arbei­ten Bund und Kom­mu­ne in der ARGE zusam­men. Ent­schei­dun­gen wer­den im bei­der­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men getrof­fen. Die­se Orga­ni­sa­ti­ons­form der ARGE mit den soge­nann­ten Job­cen­tern wur­de bereits im Dezem­ber 2007 vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt als nicht ver­fas­sungs­kon­form bezeich­net. Das Gericht hat dem Gesetz­ge­ber eine Frist bis Ende 2010 gesetzt, um das bestehen­de Sys­tem neu zu orga­ni­sie­ren. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bemän­gel­te, dass es für den Bür­ger nicht klar erkennt­lich sei, wel­che poli­ti­sche Ein­heit, Bund oder Kom­mu­ne, letzt­end­lich für die Ent­schei­dun­gen der heu­ti­gen Job­cen­ter ver­ant­wort­lich sei und woher die finan­zi­el­len Mit­teln stammten.Ein Vor­schlag von Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Scholz und den Minis­ter­prä­si­den­ten Rütt­gers und Beck sah den Auf­bau von 370 neu­en Behör­den mit neu­en Gre­mi­en und Per­so­nal­struk­tu­ren vor. Es hät­te aus dem zwei­glied­ri­gen Bun­des­staat einen drei­glied­ri­gen gemacht, aus Bund, Län­dern und Hartz IV-Ver­­­wal­­tung. Da die­ser Vor­schlag jedoch einer Grund­ge­setz­än­de­rung bedurf­te und man ein ver­fas­sungs­wid­ri­ges Gesetz nicht durch Ände­rung des Grund­ge­set­zes ret­tet, wur­de er von der CDU Bun­des­tags­frak­ti­on abge­lehnt. Was nun wird ist ungewiss.Diese Unge­wiss­heit bezieht sich auch auf die Mit­ar­bei­ter der jetzt bestehen­den ARGEn, so ARGE-Geschäfts­­­füh­­rer Rolf Koch. Es hät­te sehr viel Zeit gekos­tet, Mit­ar­bei­ter aus ver­schie­de­nen Behör­den zu einer kom­pe­ten­ten Trup­pe zusam­men­zu­schwei­ßen, die den Dschun­gel von bestehen­den Bun­­­des- und Lan­des­ge­set­zen sowie Ver­ord­nun­gen und den zusätz­lich immer neu hin­zu­kom­men­den Gerichts­ur­tei­len durch­käm­men kön­nen, um dem Bür­ger ein kom­pe­ten­ter Part­ner zu sein.Bernhard Mau­el von der Kreis­ver­wal­tung May­­en-Koblenz befür­wor­te­te auch wei­ter­hin ein enges Mit­ein­an­der von Kreis und Arbeits­agen­tur. “Hil­fe aus einer Hand” ist immer die bes­te Lösung aber im Not­fall könn­te es künf­tig “Hil­fe unter einem Dach” geben, wie von der CDU signa­li­siert. Dazu CDU-Kan­­di­­da­­tin Mecht­hild Heil: „Die Lösung muss sich an den Bedürf­nis­sen der Men­schen ori­en­tie­ren und zu einer schlan­ken Ver­wal­tung, einer Auf­ga­ben­er­fül­lung unter einem Dach, mit mög­lichst wenig Büro­kra­tie füh­ren. Dar­an wer­de ich mitarbeiten.“