22. Dezem­ber 2011

Mechthild Heil: — Deutschland Vorreiter beim Anlegerschutz

Seit 1984 bege­hen wir am 15. März den Welt­ver­brau­cher­tag. An die­sem Tag erin­nern welt­weit Ver­brau­cher­or­ga­ni­sa­tio­nen an grund­le­gen­de Ver­brau­cher­rech­te, zie­hen kri­tisch Bilanz und stel­len For­de­run­gen. Die­ses Jahr set­zen sich die Orga­ni­sa­tio­nen beson­ders für fai­re Finanz­dienst­leis­tun­gen ein. Dazu erklärt die Ver­brau­cher­schutz­be­auf­trag­te der CDU/C­­SU-Bun­­­des­­tags­­­frak­­ti­on, Mecht­hild Heil: „In Deutsch­land hat die chris­t­­lich-libe­ra­­le Bun­des­re­gie­rung schon vor­ge­legt: Mit dem Gesetz zur Stär­kung des Anle­ger­schut­zes und Ver­bes­se­rung der Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Kapi­tal­mark­tes wird der Anle­ger­schutz deut­lich gestärkt. In der Kri­se hat­te sich gezeigt, dass Anle­ger über die von ihnen erwor­be­nen Wert­pa­pie­re nicht aus­rei­chend infor­miert waren. Ab dem 1. Juli 2011 muss der Anle­ger in einem „Bei­pack­zet­tel“ kurz und leicht ver­ständ­lich über die wesent­li­chen Merk­ma­le eines Finanz­in­stru­men­tes infor­miert wer­den. Außer­dem stellt das Gesetz kla­re Anfor­de­run­gen an die Sach­kun­de der Anla­ge­be­ra­ter, aber auch an die Füh­rungs­kräf­te von Finanz­in­sti­tu­ten und deren Über­wa­chung. Doch es gibt noch viel zu tun: Nach wie vor ist der soge­nann­te graue Kapi­tal­markt mit sei­nen 80.000 frei­en Bera­tern ein gro­ßes Pro­blem. Um eine effek­ti­ve­re Kon­trol­le zu ermög­li­chen, ist der­zeit ein Gesetz­ent­wurf in der Abstimmung.Wie bei den Bank­be­ra­tern sind wir auch hier drei Kern­zie­len ver­pflich­tet: Ers­tens müs­sen Finanz­pro­duk­te für Ver­brau­cher klar ver­ständ­lich und geeig­net sein. Zwei­tens muss vor dem Ver­kauf eine Bera­tung mit dem Ziel statt­fin­den, die für den Kun­den bes­te Lösung zu fin­den. Drit­tens darf kein Pro­dukt auf den Finanz­märk­ten künf­tig unge­re­gelt bleiben.“Hintergrund: Der Welt­ver­brau­cher­tag geht den ehe­ma­li­gen US-Prä­­si­­den­­ten John F. Ken­ne­dy zurück, der am 15. März 1962 vor dem ame­ri­ka­ni­schen Kon­gress erst­ma­lig vier grund­le­gen­de Rech­te der Ver­brau­cher for­mu­lier­te. Die­se sind:• das Recht auf Sicher­heit und siche­re Pro­duk­te• das Recht auf umfas­sen­de Infor­ma­ti­on• das Recht auf freie Wahl• das Recht, gehört zu wer­den­Die­se Grund­rech­te wur­den von der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen 1985 und 1999 noch ein­mal erwei­tert um:• das Recht zur Befrie­di­gung der Grund­be­dürf­nis­se• das Recht auf Ent­schä­di­gung• das Recht auf Ver­brau­cher­bil­dung• das Recht auf eine intak­te Umwelt• das Recht auf poli­ti­sche Interessenvertretung