4. Novem­ber 2013

Griechische Winzer besuchen Ahrtal – „Know-how-Transfer“ bei Weinbau und Tourismus — Mechthild Heil MdB: Vielfältige Eindrücke „im Gepäck“ sollen Verbesserungen in kleinen Schritten bringen

Eine acht­köp­fi­ge Dele­ga­ti­on aus Nord­grie­chen­land besuch­te jetzt auf Initia­ti­ve der CDU-Bun­­­des­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­ten Mecht­hild Heil das Ahr­tal, um sich über Wein­­bau- und Tou­ris­mus­stra­te­gien zu infor­mie­ren. Hin­ter­grund der Visi­te ist der seit etwa zwei Jah­ren lau­fen­de soge­nann­te „Know-how-Tran­s­­fer“ zwi­schen Deutsch­land und Grie­chen­land, mit dem sei­tens der Bun­des­re­gie­rung ver­sucht wird, deut­sches Wis­sen in ver­schie­de­nen Berei­chen in das kri­sen­ge­plag­te Land im Süden Euro­pas zu trans­fe­rie­ren. Feder­füh­rend für die­se Akti­vi­tä­ten ist der Griechenlandbeauftragte der Bun­des­kanz­le­rin, Staats­se­kre­tär Hans-Joa­­chim Fuch­tel im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für „Arbeit und Sozia­les“. Mecht­hild Heil nimmt als Wahl­kreis­ab­ge­ord­ne­te an die­sem Aus­tausch teil, wobei ins­be­son­de­re Wein­bau und Tou­ris­mus als „star­ke“ Wirt­schafts­zwei­ge der Regi­on zu den Schwerpunktgebieten zäh­len. Maria Vas­si­lia­dou vom Ver­bin­dungs­bü­ro der deutsch-grie­chi­­schen Ver­samm­lung in Thes­sa­lo­ni­ki und Micha­el Schnei­der, Lei­ter des Wahlkreisbüros von Mecht­hild Heil, zeich­ne­ten für den jetzt absol­vier­ten fünf­tä­ti­gen Dele­ga­ti­ons­be­such ver­ant­wort­lich. Die Gäs­te aus Nord­grie­chen­land sind alle­samt fach­kun­di­ge Win­zer, die aus der Wein­bau­re­gi­on Naous­sa, aus Thes­sa­lo­ni­ki, Ver­gi­na und vom Olymp stam­men. Wich­ti­ge Ein­drü­cke sam­mel­te man bei vier Wein­ma­chern des Ahr­tals, näm­lich im Wein­gut Son­nen­berg in Bad Neuen­ahr, bei der Winzergenossenschaft May­schoß, im Wein­gut Jean Stod­den in Rech sowie im Wein­gut Burg­gar­ten in Hep­pin­gen. Nach dem wich­ti­gen Mei­nungs­aus­tausch über Reb­sor­ten, Anbau- und Kel­ler­tech­nik stand ins­be­son­de­re die stra­te­gi­sche Aus­rich­tung des Ahr­tals auf Qua­li­täts­wein­pro­duk­ti­on sowie die Ver­zah­nung mit Tou­ris­ti­kern, Hote­liers, Gas­tro­no­men und der kom­mu­na­len Ebe­ne im Mit­tel­punkt des Dia­logs. Oli­ver Piel vom Ahr­tal­tou­ris­mus sowie Paul Gie­ler und Dr. Ger­hard Kreu­ter vom Gesprächs­kreis „Ahr­wein“ hat­ten den Grie­chen zuvor einen Gesamt­über­blick über das Wein­bau­ge­biet Ahr und sei­ne Beson­der­hei­ten verschafft.Von beson­de­rem Inter­es­se war auch die Begeg­nung mit dem Geschäfts­füh­rer von htc-Rei­­sen im Inno­va­ti­ons­park Graf­schaft, Micha­el Kubath, der vie­le Infor­ma­tio­nen ver­mit­tel­te, wel­che Erwar­tun­gen deut­sche Qua­li­täts­tou­ris­ten an Ange­bo­te im Zusam­men­hang mit „Wein“ haben. Kreis­spar­kas­sen­di­rek­tor Die­ter Zim­mer­mann beschrieb die Mecha­nis­men der Zusam­men­ar­beit von Bank und Win­zern im Ahr­tal, wobei auch der geplan­te Auf­bau eines grie­chi­schen Spar­kas­sen­sys­tems ab 2014 viel Gesprächs­stoff bot. Julia Bert­ram, bis zum Sep­tem­ber 2013 noch Deut­sche Wein­ma­jes­tät, berich­te­te über die Mög­lich­kei­ten, mit­tels der Ein­rich­tung „Wein­kö­ni­gin“ die ört­li­che, regio­na­le und natio­na­le Wein­ver­mark­tung zu för­dern. In Grie­chen­land sind Wein­kö­ni­gin­nen bis­lang völ­lig unbe­kannt. Schließ­lich tru­gen Ingrid Näkel-Sur­­ges und Man­fred Wolff vom „Wein­dorf Dernau“ über die Stra­te­gien einer ört­li­chen Fremdenverkehrsorganisation im Ahr­tal vor.„Wie geht es wei­ter“, so die span­nen­de Fra­ge bei allen Betei­lig­ten nach ereig­nis­rei­chen fünf Tagen im Ahr­tal mit einem dicht gedräng­ten Besuchs­pro­gramm, das die gesam­te Brei­te der wein­tou­ris­ti­schen Ange­bo­te und Stra­te­gien abdeck­te. Micha­el Schnei­der, der schon mehr­fach in Grie­chen­land bei Dele­ga­ti­ons­be­su­chen und Kon­fe­ren­zen die Akti­vi­tä­ten im Ahr­tals prä­sen­tier­te, sieht eine „Poli­tik der kon­kre­ten Schrit­te“ als den erfolg­ver­spre­chen­den Weg an. „Wir brau­chen dort drin­gend Aktiv­pos­ten, die neue Wege gehen und vor allem die bis­lang schmerz­haft feh­len­de Ver­net­zung der Wein­­bau- und Tou­­ris­­mus-Akteu­­re vor­an­brin­gen sowie die Kom­mu­nen Grie­chen­lands als bis­lang fast völ­lig feh­len­de Teil­neh­mer bei die­sen Bemü­hun­gen akti­vie­ren“. Dies gehe nur, so Schnei­der, durch Pio­nier­geist und muti­ges Vor­an­schrei­ten bei dem, was man als rich­tig erkennt. „Wir sind dank­bar“, so Mecht­hild Heil MdB in Ihrer Bewer­tung, „dass fast alle unse­re deut­schen Gesprächs­part­ner bei die­sem Besuch bekun­det haben, dass sie auch in Zukunft bereit sind, den deutsch-grie­chi­­schen Know-how-Tran­s­­fer wei­ter zu unterstützen.“