14. Mai 2014

Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil fordert bessere Kennzeichnung bei Homöopathika — Homöopathische Mittel müssen besser gekennzeichnet werden

Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te und Ver­brau­cher­schutz­be­auf­trag­te der CDU/C­­SU-Bun­­­des­­tags­­­frak­­ti­on for­dert mehr Trans­pa­renz bei Homöo­pa­thi­ka, denn „gera­de wenn Men­schen krank sind, sind sie beson­ders ver­letz­lich und anfäl­lig für alter­na­ti­ve Heils­ver­spre­chen“. Das kos­te dann nicht nur unnö­tig Geld, son­dern habe manch­mal sogar fata­le gesund­heit­li­che Fol­gen, weil drin­gend not­we­ni­ge medi­zi­ni­sche Behand­lung nicht oder zu spät erfolgt, warnt Mecht­hild Heil. Samu­el Hah­ne­mann hat Ende des 18. Jahr­hun­derts die homöo­pa­thi­sche Leh­re begrün­det. „Sein Ansatz war zu der dama­li­gen Zeit sogar sehr modern, wenn man bedenkt, dass in der Schul­me­di­zin noch der Ader­lass gang und gäbe war“, betont die Abge­ord­ne­te. Die Theo­rie, die dahin­ter ste­cke, sei dann aber doch aben­teu­er­lich. So wer­den zum Bei­spiel Res­te der Ber­li­ner Mau­er „ver­schüt­telt“, um dar­aus Glo­bu­li zu gewin­nen, die gegen Blo­cka­den hel­fen. Ande­re Ursprungs­stof­fe sind noch unap­pe­tit­li­cher, zum Bei­spiel excre­men­tum canis, also Hun­de­kot. Ralf Dis­se­mond, Vor­sit­zen­der des Ver­ban­des klas­si­scher Homöo­pa­then Deutsch­lands ver­such­te zu beru­hi­gen: im End­pro­dukt sei ja ohne­hin kein Mole­kül des Aus­gangs­stoffs mehr ent­hal­ten. „Hier hal­te ich doch Auf­klä­rung für ange­bracht“, betont Mecht­hild Heil. Die latei­ni­sche Beschrif­tung der homöo­part­hi­schen Mit­tel sei für die meis­ten Ver­brau­cher nicht ver­ständ­lich. Hin­zu kom­me, dass durch die Apo­the­ken­pflicht und die Tat­sa­che, dass eini­ge Kran­ken­kas­se die Kos­ten für homöo­pa­thi­sche Behand­lun­gen über­neh­men, man­che Ver­brau­cher homöo­pa­thi­sche Mit­tel für eben­so wirk­sam wie schul­me­di­zi­ni­sche Medi­ka­men­te hal­ten. Das kön­ne im Ein­zel­fall schwer­wie­gen­de Fol­gen haben. „Ich hal­te es des­halb für wich­tig, dass min­des­tens zusätz­lich zu der latei­ni­schen Beschrif­tung auf homöo­pa­thi­schen Mit­teln eine deut­sche Über­set­zung vor­han­den sein muss“, for­dert Mecht­hild Heil.