12. Febru­ar 2020

Landesregierung und Gesundheitspolitik: Planlos, desaströs und hilflos: Mechthild Heil MdB (CDU): „Mittlerweile bedrohlich für Patienten und Krankenhauspersonal!“

Die Poli­tik von RLP-Gesun­d­heits­­­mi­­nis­­te­­rin Sabi­ne Bät­­zing-Lich­­ten­t­hä­­ler zeich­net sich seit Jah­ren vor allem dadurch aus, dass die Amts­in­ha­be­rin weder einen erkenn­ba­ren Plan hat noch ein irgend­wie schlüs­si­ges Kon­zept vor­wei­sen kann. Sie beschränkt sich statt­des­sen dar­auf, den dra­ma­ti­schen Nie­der­gang des rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Gesund­heits­we­sens mit eben­so hilf­lo­sen wie fol­gen­lo­sen Kom­men­ta­ren zu beglei­ten,“ so die Bewer­tung der CDU-Bun­­­des­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­ten Mecht­hild Heil zu den Ent­wick­lun­gen der letz­ten Mona­te. In ihrem Wahl­kreis sind etwa das Kran­ken­haus in Ade­nau sowie das Gemein­schafts­kli­ni­kum Mit­tel­rhein mit dem Stand­ort May­en davon betroffen.
Es ver­ge­he kaum mehr eine Woche ohne die Ankün­di­gung neu­er Kli­nik­schlie­ßun­gen oder Berich­te über zuneh­men­de Not­stän­de bei der ärzt­li­chen Ver­sor­gung in der Flä­che, so Heil. Ange­sichts ihres offen­kun­di­gen, jah­re­lan­gen und ekla­tan­ten Ver­sa­gens im Amt ver­sucht die rhein­­land-pfäl­­zi­­sche Gesund­heits­mi­nis­te­rin nun ihre Ver­ant­wor­tung auf ande­re abzu­schie­ben und dem Bund die Schuld für ihre seit lan­gem prak­ti­zier­te Tu-nix-Poli­­tik zu geben. Dabei sei offen­kun­dig, dass das Total­ver­sa­gen der Main­zer Gesund­heits­po­li­tik nebst ihren fata­len Aus­wir­kun­gen abso­lut haus­ge­macht ist.
Dafür nennt Mecht­hild Heil eini­ge weni­ge Bei­spie­le. Trotz des längst abseh­ba­ren Ärz­te­man­gels hat Rhein­­land-Pfalz in den letz­ten zehn Jah­ren min­des­tens 1.000 poten­ti­el­len Medi­zi­nern kei­ne Chan­ce auf eine Aus­bil­dung ermög­licht, obwohl die CDU immer wie­der zusätz­li­che Stu­di­en­plät­ze ange­mahnt und auf die dro­hen­den Gefah­ren feh­len­der ärzt­li­cher Ver­sor­gung in der Flä­che hin­ge­wie­sen hat. Trotz ein­deu­ti­ger gesetz­li­cher Ver­pflich­tun­gen hat Rhein­­land-Pfalz in den letz­ten zehn Jah­ren unse­ren Kran­ken­häu­sern rund 1,5 Mil­li­ar­den Euro vor­ent­hal­ten. Die vom Land zu ver­ant­wor­ten­de chro­ni­sche Unter­fi­nan­zie­rung bei den Inves­ti­tio­nen hat den Kran­ken­häu­sern eine Fül­le von Pro­ble­men ein­ge­tra­gen, die von der Zweck­ent­frem­dung der Gel­der für die Ver­sor­gung der Pati­en­ten bis hin zu schäd­li­chen Anrei­zen für eigent­lich unnö­ti­ge Ope­ra­tio­nen rei­chen — und ins­ge­samt ein Desas­ter in der rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Kli­nik­land­schaft ange­rich­tet haben.
Im Kran­ken­haus Ade­nau fin­det zur­zeit der schlei­chen­de Abbau der chir­ur­gi­schen Ver­sor­gung – einem der wich­tigs­ten Stand­bei­ne einer Kli­nik im länd­li­chen Raum – statt. Der länd­li­che Raum wird in der Main­zer Gesund­heits­po­li­tik ver­nach­läs­sigt zuguns­ten gro­ßer Zen­tren in Gross­städ­ten. Für May­en muss gewähr­leis­tet wer­den, dass nicht die immensen Kos­ten für die Zusam­men­le­gung zwei­er Kli­ni­ken in Koblenz auf dem Rücken der Pati­en­ten und ihrer medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung in der Eifel­re­gi­on aus­ge­tra­gen wird.
Das Land hat es zuge­las­sen, dass sich die Kran­ken­häu­ser In ihrer exis­ten­zi­el­len Not gegen­sei­tig „kan­ni­ba­li­sie­ren“ und in die Plei­te trei­ben. Seit Wochen wird folg­lich die Öffent­lich­keit durch immer neue Berich­te über Spon­tan­schlie­ßun­gen ein­zel­ner Abtei­lun­gen oder gan­zer Kli­ni­ken ver­un­si­chert. Statt mit Blick auf die Kran­ken­häu­ser strin­gen­te Kon­zep­te, eine sek­to­ren­über­grei­fen­de Bedarfs- und Ver­sor­gungs­pla­nung oder auch nur halb­wegs nach­voll­zieh­ba­re Struk­tur­be­rei­ni­gun­gen zu erar­bei­ten, gibt sich die Amts­in­ha­be­rin damit zufrie­den, die stän­dig wach­sen­den Miss­stän­de im Land ledig­lich zu ver­wal­ten. Alles das geht zu Las­ten der Ärz­te, Pfle­ge­kräf­te und Kli­ni­ken – und nicht zuletzt zu Las­ten einer guten und flä­chen­de­cken­den medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung, auf die die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten im Land einen Anspruch haben.