15. Okto­ber 2026

Mechthild Heil MdB (CDU): „Offene Briefe ersetzen keine politische Arbeit – Landrätin muss ihre Hausaufgaben machen“ — CDU-Bundestagsabgeordnete kritisiert Weigands Umgang mit Rückhaltebecken

Mit Kri­tik reagiert die CDU-Bun­­des­­tags-abge­­or­d­­ne­­te Mecht­hild Heil auf den erneu­ten Vor­stoß von Land­rä­tin Cor­ne­lia Weig­and, Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz mit einem offe­nen Brief zur allei­ni­gen Finan­zie­rung der geplan­ten Hoch­was­ser­rück­hal­te­be­cken im Ahrtal zu bewe­gen. „Der Hoch­was­ser­schutz im Ahrtal ist viel zu wich­tig, um ihn für poli­ti­sche Allein­gän­ge und öffent­li­che Insze­nie­run­gen zu miss­brau­chen. Wir sind uns in der Sache alle einig, dass wir zum Schutz der Men­schen an der Ahr eine soli­de Finan­zie­rung für die Rück­hal­te­be­cken brau­chen. Es ist poli­ti­sche Hand­werks­kunst, die Mil­li­ar­den Euro dafür auf­zu­brin­gen“. Die Land­rä­tin wis­se spä­tes­tens seit einem Schrei­ben des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums an sie aus dem Okto­ber 2022 genau, dass die Bun­des­ebe­ne die Rege­lun­gen der Wie­der­auf­bau­hil­fe nicht im Allein­gang ändern kön­ne. Mecht­hild Heil: „Frau Weig­and holt sich trotz­dem die­se Ant­wort jetzt zum wie­der­hol­ten Male öffent­lich­keits­wirk­sam ab, statt eine rea­lis­ti­sche Stra­te­gie für die Finan­zie­rung der Rück­hal­te­be­cken zu ver­fol­gen. Offe­ne Brie­fe erset­zen aber kei­ne poli­ti­sche Arbeit, die Land­rä­tin muss ihre Haus­auf­ga­ben machen“.

Die Fak­ten zur Wie­der­auf­bau­hil­fe sei­en laut Heil lan­ge bekannt: Für den Wie­­der­auf­­bau­hil­­fe-fonds haben der Bund und alle 16 Bun­des­län­der gemein­sam in gro­ßer Soli­da­ri­tät bis zu 30 Mil­li­ar­den Euro zuge­sagt, die laut den Bedin­gun­gen des Fonds kon­kret der Besei­ti­gung der Zer­stö­run­gen durch die Flu­ten des Juli 2021, ins­be­son­de­re auch im Ahrtal, die­nen. „Die Land­rä­tin ver­sucht in ihrem offe­nen Brief, die­se glas­kla­ren Bedin­gun­gen umzu­deu­ten, das bringt uns aber nicht wei­ter, die zusätz­li­chen Rück­hal­te­be­cken sind und blei­ben kein Wie­der­auf­bau“, betont die lang­jäh­ri­ge Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te des Wahl­krei­ses Ahr­wei­ler. „Wir sind wei­ter­hin auf die Soli­da­ri­tät aus ganz Deutsch­land ange­wie­sen, also müs­sen wir mit den Geld­ge­bern auch seri­ös umge­hen“, so Mecht­hild Heil wei­ter. Wenn die Bedin­gun­gen des Wie­der­auf­bau­fonds geän­dert wer­den soll­ten, müss­ten dem alle 16 Bun­des­län­der zustim­men, koor­di­nie­ren müss­te die­se Ände­rung das für den Wie­der­auf­bau­fonds ver­ant­wort­li­che Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um unter Finanz­mi­nis­ter Lars Kling­beil. „Das hat mit dem Bun­des­kanz­ler nur indi­rekt zu tun, aber das hält die Land­rä­tin offen­bar nicht davon ab, wei­ter­hin in eine Sack­gas­se zu lau­fen“, stellt Mecht­hild Heil ernüch­tert fest.

Einen gang­ba­ren Weg für eine trag­fä­hi­ge Lösung sieht die CDU-Bun­­des­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­te über die Lan­des­haupt­stadt Mainz und die rhein­­land-pfäl­­zi­­sche Lan­des­re­gie­rung: „Minis­ter­prä­si­dent Gor­don Schnie­der hat deut­lich gemacht, dass er beim Hoch­was­ser­schutz gemein­sa­me Lösun­gen von Bund und Län­dern anstrebt, schließ­lich ist das Ahrtal auch nicht die ein­zi­ge flut­ge­fähr­de­te Regi­on in Deutsch­land. Die­ses Ange­bot muss man poli­tisch auf­grei­fen, statt den Ein­druck zu erwe­cken, als kön­ne der Bun­des­kanz­ler gel­ten­de Rege­lun­gen ein­fach außer Kraft set­zen.“ Eine nach­hal­ti­ge Finan­zie­rung des über­ört­li­chen Hoch­was­ser­schut­zes kön­ne nur im Zusam­men­wir­ken von Land, Bund und der kom­mu­na­len Ebe­ne erreicht wer­den, auch unter Ein­be­zie­hung der jewei­li­gen Bür­ger­meis­ter und Kom­mu­nal­par­la­men­te. „Wir wer­den eine gemein­sa­me Lösung für die­se Pro­ble­ma­tik fin­den. Das ist schwie­ri­ger und mühe­vol­ler, als öffent­li­che Brie­fe zu schrei­ben. Aber nur auf die­sem Weg haben wir die rea­lis­ti­sche Chan­ce, die gro­ßen Rück­hal­te­be­cken Stück für Stück zu rea­li­sie­ren. Wir sind die­se Mühen den Men­schen im Ahrtal, aber auch in ande­ren flut­be­trof­fe­nen Regio­nen, schul­dig“, so Mecht­hild Heil abschließend.