Wohn­raum zu schaf­fen, ist eine wich­ti­ge Auf­ga­be – auch in Ander­nach. Aber Stadt­ent­wick­lung braucht kla­re Prio­ri­tä­ten und darf nicht bedeu­ten, jede ver­füg­ba­re Frei­flä­che zu bebauen.
Der Bodel­schwingh-Spiel­platz liegt in einem bereits stark ver­dich­te­ten Wohn­ge­biet. Für Kin­der und Fami­li­en ist er Spiel­platz, Grün­flä­che und Erho­lungs­ort zugleich. Auch die Kita Schil­ler­ring nutzt ihn regel­mä­ßig. Als Archi­tek­tin beschäf­ti­ge ich mich seit vie­len Jah­ren mit der Fra­ge, wie wir neu­en Wohn­raum schaf­fen und unse­re Städ­te zugleich lebens­wert wei­ter­ent­wi­ckeln. Für mich gehört bei­des zusam­men. Nach­ver­dich­tung ist sinn­voll, wo die Vor­aus­set­zun­gen stimmen.
Das ist auch eine Fra­ge guter Stadt­pla­nung. Die im Kon­text des Bun­des­in­sti­tuts für Bau‑, Stadt- und Raum­for­schung her­an­ge­zo­ge­nen Richt­wer­te zur Grü­ner­reich­bar­keit ver­deut­li­chen die Bedeu­tung woh­nungs­na­her Grün­flä­chen. Als Ori­en­tie­rungs­wert wird für Wohn­ge­bie­te unter ande­rem eine Grün­flä­che von min­des­tens einem Hekt­ar in etwa 300 Metern Luft­li­nie bezie­hungs­wei­se rund 500 Metern Fuß­weg genannt. Grö­ße­re städ­ti­sche Grün­flä­chen soll­ten eben­falls in ange­mes­se­ner Ent­fer­nung erreich­bar sein. Unter den kon­kre­ten Stand­ort­be­din­gun­gen rund um den Bodel­schwingh-Spiel­platz ist eine sol­che Ver­sor­gung bei Bebau­ung nicht aus­rei­chend gegeben.
Des­halb unter­stüt­ze ich die Bür­ger­initia­ti­ve vor Ort: Ja zu neu­em Wohn­raum in Ander­nach – aber auf geeig­ne­ten Flä­chen und nicht auf Kos­ten eines wich­ti­gen Spiel- und Erholungsortes.